Taktreise

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Wann welcher Spielort läuft

Manche Spielorte sind ganzjährig aktiv, andere existieren nur wenige Wochen im Jahr. Wer eine Reise plant, sollte das vor der Terminwahl wissen — nicht erst, wenn die gewünschte Vorstellung längst vorbei ist.

Ein aufgeschlagener Konzertkalender neben einem Notenblatt auf einem Holztisch

Januar: das Neujahrskonzert

Am 1. Januar, am späten Vormittag, findet im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins das weltweit übertragene Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker statt — eine Tradition, die in ihrer heutigen, ununterbrochenen Form seit 1941 besteht. Karten werden nicht regulär verkauft, sondern über ein Losverfahren vergeben, das teils über ein Jahr im Voraus läuft; wer keine Karte bekommt, kann die Übertragung in vielen Wiener Lokalen und öffentlichen Plätzen live mitverfolgen.

Februar: Faschingszeit und der Opernball

Traditionell am Donnerstag vor dem Faschingsdienstag verwandelt sich die Wiener Staatsoper für eine Nacht in den größten Ballsaal Europas — der Opernball, in seiner heutigen Form seit dem 9. Februar 1956 im Haus veranstaltet, mit Wurzeln in den Redouten-Bällen der Wiener-Kongress-Ära. Für reguläre Konzert- oder Opernbesucher ist das kein Termin zum Planen, sondern eher einer, den man meiden sollte, falls man eine normale Vorstellung sucht — an diesem Abend findet keine reguläre Aufführung statt.

Ganzjährig: Musikverein, Staatsoper und die Salzburger Museen

Der Musikverein und die Wiener Staatsoper bespielen eine reguläre Saison, die sich grob von September bis Juni erstreckt, mit einer sommerlichen Spielpause. Mozarts Geburtshaus und das Mozart-Wohnhaus in Salzburg sind dagegen ganzjährige Museen ohne Saisonpause — ein Besuch ist außerhalb der Konzertsaison genauso möglich wie mitten in ihr, was diese beiden Stationen zu den planungsfreundlichsten des ganzen Führers macht.

Juli und August: die große Festspielsaison

Im Hochsommer laufen gleich zwei der acht Spielorte parallel: Die Salzburger Festspiele über rund sechs Wochen mit Oper, Theater und Konzerten an Dutzenden Spielstätten, und die Bregenzer Festspiele am Bodensee mit ihrer berühmten Seebühne. Beide Festivals sind reine Sommerinstitutionen — außerhalb dieser Wochen findet an ihren Hauptspielstätten keine reguläre Vorstellung statt, auch wenn Salzburgs Museen ganzjährig geöffnet bleiben.

September: Bruckner in Linz, Haydn in Eisenstadt

Das Brucknerfest im Brucknerhaus Linz findet traditionell im Herbst statt, seit seiner Einführung 1974 fest im österreichischen Festivalkalender verankert. Auch Eisenstadt hatte über Jahrzehnte, von 1989 bis 2017, mit den zehntägigen Internationalen Haydntagen im September ein eigenes Herbstfestival rund um Joseph Haydns Gesamtwerk — der Haydnsaal selbst bleibt aber, anders als die reinen Sommerbühnen, ganzjährig für Konzerte nutzbar.