Begonnen 1946 auf zwei Kieskähnen, ist die Seebühne der Bregenzer Festspiele heute die größte Freiluftbühne auf dem Wasser weltweit — mit Platz für bis zu 7.000 Zuschauer direkt am Bodensee.
1946 fehlte Bregenz schlicht eine Bühne für eine geplante Aufführung von Mozarts Jugendwerk „Bastien und Bastienne" — die Lösung: Zwei Kieskähne wurden in der Nähe des Gondelhafens zu einer improvisierten Opernbühne auf dem Bodensee zusammengebaut. Das Publikum war vom ungewöhnlichen Ort sofort begeistert, und schon im ersten Jahr kamen Besucher aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Frankreich — das Festival war von Anfang an international.
Vier Jahre später, um 1950, erhielten die Festspiele ihre erste feste Seebühne auf Holzpfeilern. Aus der Notlösung von 1946 wurde damit eine dauerhafte Institution — heute zieht das „Spiel auf dem See" jährlich rund 200.000 Kulturbesucher aus aller Welt an, bei bis zu 7.000 Plätzen pro Vorstellung.
Die Seebühne ist eine echte Freiluftbühne ohne Überdachung für das Publikum — Vorstellungen finden bei den allermeisten Wetterlagen statt, wetterfeste Kleidung und im Zweifel eine leichte Regenjacke gehören für Besucher praktisch zur Grundausstattung. Nur bei akuter Gefahr (Gewitter, Sturm) wird eine Vorstellung unterbrochen oder verschoben.
Bregenz liegt am Bodensee, in Vorarlberg, geografisch näher an der Schweiz und Süddeutschland als an Wien. Die Zugfahrt von Salzburg dauert mit der direkten Railjet-Verbindung rund 4 Stunden 15 Minuten — wer die Festspiele mit anderen Spielorten dieses Führers kombinieren will, sollte das als eigene, längere Etappe einplanen, nicht als Tagesausflug.