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Wiener Musikverein

Der Goldene Saal gilt seit seiner Eröffnung 1870 als einer der akustisch besten Konzertsäle der Welt — und ist seit 1941 alljährlich die Bühne des weltweit übertragenen Neujahrskonzerts.

1870Eröffnet
1941Neujahrskonzert seither
Das Publikum im Goldenen Saal des Musikvereins während eines Konzerts, Blick zur vergoldeten Orgelempore

Eröffnung 1870 — ein Haus „der Tonkunst geweiht"

Nach dreijähriger Bauzeit wurde der Musikverein am 6. Januar 1870 feierlich eröffnet, mit dem programmatischen Leitspruch „Der Tonkunst in Schule und Meisterschaft geweiht, soll dies Haus sein und bleiben". Kaiser Franz Joseph I. hatte persönlich den Schlussstein gelegt. Beim Eröffnungsball des Goldenen Saals dirigierte Johann Strauss Sohn seinen eigenen Walzer „Freuet euch des Lebens" — die Kritiken lobten die Klangqualität des neuen Saals von Anfang an in höchsten Tönen.

Warum der Klang so berühmt ist

Der Goldene Saal ist ein klassischer Schuhkarton-Saal: ein hoher, schmaler Rechteckraum, dessen Proportionen, vergoldete Karyatiden, Balkone und Deckenkassetten den Schall auf besonders gleichmäßige Weise streuen. Dieser als „Goldener Klang" bekannte Effekt ist einer der Gründe, warum das Haus bis heute als internationaler Referenzpunkt für Konzertsaal-Akustik gilt — und warum die Wiener Philharmoniker hier ihre Heimspielstätte haben.

Das Neujahrskonzert

Die Tradition reicht bis 1871 zurück, als Eduard Strauß mit der Strauß-Kapelle, einem 60-Mann-Orchester, ein Neujahrskonzert im Saal gab. In der heutigen, alljährlichen Form — am späten Vormittag des 1. Januar, mit weltweiter Fernsehübertragung — findet es ununterbrochen seit 1941 statt und gehört zu den meistgesehenen klassischen Konzerten überhaupt. Karten dafür werden nicht regulär verkauft, sondern über ein Losverfahren vergeben, das teils über ein Jahr im Voraus läuft.

Praktische Hinweise für den Besuch

Der Musikverein ist kein reiner Saalbau, sondern beherbergt mehrere Konzerträume unter einem Dach — neben dem Goldenen Saal etwa den kleineren Brahms-Saal. Das Haus wird von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien betrieben und veranstaltet über die reguläre Saison hinweg ein dichtes Programm an Orchester- und Kammerkonzerten. Tickets für reguläre Konzerte sind über musikverein.at buchbar; ein fester Kleidungscode besteht nicht, gepflegte Kleidung ist aber üblich.