Taktreise

Start / Spielorte / Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele

Seit dem 22. August 1920 wird „Jedermann" auf dem Salzburger Domplatz gespielt — begonnen als improvisierte Notlösung, heute sechs Wochen im Sommer mit Opern-, Theater- und Konzertprogramm an Dutzenden Spielstätten.

1920Gegründet
1926„Jedermann“ seither
Der Salzburger Domplatz bei Abenddämmerung, bereit für eine Freiluft-Aufführung

Der Anfang: eine Verlegenheitslösung, die zur Institution wurde

Am 22. August 1920 wurde Hugo von Hofmannsthals „Jedermann" unter der Regie von Max Reinhardt erstmals auf dem Domplatz gespielt, mit Alexander Moissi in der Titelrolle und Werner Krauss als Tod. Ursprünglich war das eine reine Notlösung: Das eigentlich geplante Werk war nicht fertig, und für die vorgesehene Felsenreitschule fehlte in den Nachkriegsjahren schlicht das Bauholz für Tribünen. Reinhardt bat den Salzburger Erzbischof Ignatius Rieder um die Erlaubnis, vor der Kathedrale spielen zu dürfen — aus der Übergangslösung wurde die bis heute bekannteste Freiluft-Inszenierung Österreichs.

Wer die Festspiele gegründet hat

Neben Reinhardt und Hofmannsthal waren der Komponist Richard Strauss, der damalige Staatsoperndirektor Franz Schalk und der Bühnenbildner Alfred Roller maßgeblich an der Gründung beteiligt — die Festspiele waren von Anfang an ein Projekt von Theater-, Musik- und Bühnenbild-Fachleuten gemeinsam, nicht nur eine einzelne Regie-Idee.

Eine fast durchgehende Tradition

Seit 1926 steht „Jedermann" — mit einer erzwungenen Unterbrechung während der NS-Zeit von 1938 bis 1945 — ununterbrochen auf dem Programm der Festspiele. Diese Kontinuität über ein Jahrhundert hinweg, unterbrochen nur durch die politische Auslöschung der Festspiele selbst, macht die Aufführung zu einem der am längsten laufenden Theaterrituale Europas.

Sechs Wochen im Sommer, Dutzende Spielstätten

Die Festspiele finden über rund sechs Wochen im Hochsommer statt und bespielen weit mehr als nur den Domplatz — darunter das Große Festspielhaus, die Felsenreitschule mit ihren in den Fels gehauenen Arkaden, und mehrere kleinere Säle für Konzert- und Kammermusikprogramm. Karten für die bekanntesten Produktionen sind oft schon Monate vor Saisonbeginn vergriffen; wer flexibel bei Werk und Termin bleibt, hat deutlich bessere Chancen auf kurzfristig verfügbare Karten.